„Sonntags rennen sie in
die Kirche, und in der Woche sind sie auch nicht besser als wir.“
Vielleicht haben auch Sie, liebe Freunde, diese Kritik an den
Christen schon gehört. Nicht der Papst, nicht der Zölibat,
nicht die kirchliche Sexualmoral werden mit diesen Worten
angegriffen, nein, die Kritik gilt uns, die wir immer wieder zum
Gottesdienst versammelt sind.
Ob diese Worte Sie ärgern, ob
sie Betroffenheit bei Ihnen auslösen - in jedem Fall machen sie
deutlich, dass von den Kirchgängern im Alltag ein anderes
Verhalten als das übliche erwartet wird: Christen sollen an
ihrem Reden und Handeln zu erkennen sein.
Dieser Anspruch ist
hoch, aber ganz im Sinne Jesu, wie uns das heutige Evangelium
verkündet: Jesus fordert nicht nur Wahrhaftigkeit in Glaubens-
und Lebenspraxis, sondern darüber hinaus eine Haltung der
Geschwisterlichkeit. Gott allein ist der Höchste, wir Menschen
aber sind – oder sollten es zumindest sein - Schwestern und
Brüder.
Als Schwestern und Brüder sollen wir das Wort
Gottes verkünden und leben. So sind wir in die Nachfolge Christi
gerufen. Jeden Tag neu sollen wir die Frohbotschaft im Alltag leben,
nicht große Worte machen, sondern im Kleinen und Unscheinbaren
beginnen. Dann können wir das Reich Gottes schon hier und jetzt
spürbar werden lassen, in der kleinsten Begegnung des
Augenblicks, im kurzen Händedruck und im Lächeln der Augen.
(www.priesteraushilfe.at)