Evangelium:
Lazarus, komm heraus!
Jesus ging zum Grab des
Lazarus. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen
war. Er sagte: Nehmt den Stein weg! Dann erhob er seine Augen und
sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Nachdem
er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm
heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und
Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem
Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm
die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria
gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum
Glauben an ihn.
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Kommentar:
Den Stein vom Grab wegwälzen
Wir wissen nicht,
was Lazarus krank gemacht hat, was ihm all seine Lebenskräfte
geraubt und ihn todbringend belastet hat. Doch wir hören, wie
Jesus seinem Freund in die Grabhöhle hinein ein Wort des Lebens
zuruft. Es ist ein Machtwort der Liebe, das die Kraft hat, ihn aus
seiner Totenstarre zu lösen.
(Alfred Jokesch)
Jesus weckt aber nicht nur den Lazarus auf, sondern
auch die trauernde Menge aus ihrer Passivität. Er fordert die
Umstehenden auf, den Stein wegzuwälzen, dem Lazarus die Fesseln
zu lösen, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass Lazarus seinen Weg
in ein neues Leben gehen kann. Menschen können zwar
biologisch noch am Leben sein, aber dennoch einsam und ausgegrenzt,
wie begraben in ihren Depressionen, in ihrer Verzweiflung
dahinvegetieren. So wie Jesus damals die Leute aufforderte, den
Stein vom Grab des Lazarus wegzuwälzen, haben auch wir heute den
Auftrag, die Hindernisse wegzuräumen, die Menschen den Weg zu
Jesus und zu einem erfüllten Leben versperren. Befreiung aus dem
Grab wird möglich, wenn wir Beziehung ermöglichen, Freude,
Liebe, Hoffnung bringen und sich Dankbarkeit entwickeln lassen.
(PGR-Impulstag am 6.11.2010)
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